MainTor Areal Frankfurt am Main

Jahr
2010
Typ
Wohn- Geschäftstürme / Gutachterverfahren
Bauherr
DIC MainTor Südareal GmbH
BGF
71.215 qm

Marc Hensel Projektleitung für Kleihues + Kleihues Architekten.Leitidee, städtebauliche Einbindung. Das ausgewogene Zusammenspiel von Block und Solitär, Straße, Gasse und Platz, welches bereits im B-Plan für das ehemalige Degussa Quartier verankert ist, wurde im Entwurf konsequent weiter entwickelt. Hierbei geht es insbesondere um die öffentliche Wegführung in Verlängerung der Schneidwallgasse und der Alten Mainzer Gasse, die durch eine ruhige, städtische Architektur unterstützt wird. Die gewählte Gebäudefigur, aus zwei ineinander verschränkten Türmen mit quadratischem Grundriss bestehend, erreicht ein hohes Maß an Schlankheit und Eleganz mit der beide Türme aus der Blockstruktur herauswachsen. Der Ensemble- Charakter der zum Main hin abgetreppten Türme - die ein „Nach Oben Streben" thematisieren - hat städtebauliche Bedeutung, ist einmalig in Frankfurt und garantiert einen hohen Wiedererkennungswert. Mit der Abtreppung werden die vorgegeben Gebäudehöhen sowohl unterschritten als auch durch die Technikgeschosse überschritten, so dass insgesamt die Vorgaben berücksichtigt werden. Architektursprache, Fassadengestaltung, Materialität Hochhäuser gehören ganz selbstverständlich zu Frankfurts Silhouette. Dennoch handelt es sich bei der Entwicklung auf dem ehemaligen Degussa Areal um eine Besonderheit, da hier innerhalb des ehemaligen mittelalterlichen Stadtgrundrisses in die Höhe gebaut werden soll. In dieser städtebaulich anspruchsvollen Situation ist es daher sehr wichtig, die Türme mit der niedrigeren umgebenen Blockbebauung zu verzahnen. Dieses wird erreicht durch die Ausbildung einer Sockelzone, die die Höhe der Main Tor Porta aufnimmt. Der Fassadenaufbau folgt dem energetischen Plan des nachhaltigen Gesamtkonzeptes: Die doppelschaligen hochwärmegedämmten Fensterelemente erhalten eine Dreifachverglasung und einen außen liegenden Sonnenschutz mit Tageslichtlenk- Funktion, der durch eine hinterlüftete Prallscheibe windsicher geschützt ist. Abgesehen von der technischen Notwendigkeit wird durch die Prallscheibe auch der gestalterische Anspruch an ein homogenes Fassadenbild mit herunter gelassenem Sonnenschutz erfüllt. Fenster-Flügel-Konstruktion ermöglicht eine fein-dosierbare natürliche Belüftung unter Umgehung der Luftaufheizung im Fassadenzwischenraum. Der Fensterflügel ist zudem witterungsgeschützt angeordnet und kann mit Hilfe des motorischen Antriebes zur Nachtauskühlung verwendet werden. Für die opaken hinterlüfteten Gebäudeflächen ist eine hochwertige Wärmedämmung mit 16cm Stärke vorgesehen. Der Dachaufbau der Sockelbereiche ist als Umkehrdach mit extensiver Begründung vorgesehen, die Dächer der Türme erhalten ein Umkehrdach mit Betonplattendeckung, über den Technikbereichen mit Gitterrostabdeckungen. Die Turmfassaden erhalten plastisch gestaltete Verkleidungen. Für den großen Turm gehen wir von einer Natursteinfassade aus, bei dem kleinen Turm von einer Metallfassade. Hier geht es nicht nur um eine Kostenreduzierung für den kleinen Turm, sondern auch um eine Vielfalt innerhalb der einheitlichen Gestaltungsmerkmale. Die unterschiedlich aufgefächerten Verkleidungen der beiden Türme erzeugen nur bei gleich bleibenden Fenstergrößen (Kosten!) diese fein strukturierte Fassadenfläche mit den changierenden Öffnungen. Trotz der sehr wirtschaftlichen weil geringen Fassadentiefe kann ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten erzeugt werden. Der Verlauf der abgeschrägten Pfeilerleibungen im Büroraster von 1,25m erzeugt unterschiedlich gerichtete Ausblicke in jeder Fensterachse. Das Motiv dieser abgeschrägten Pfeilerlaibungen im Zusammenhang mit einer funktional monotaktischen Fassade, die dennoch eine lebendige Fernwirkung erzeugt, wurde bereits an verschiedenen Projekten unseres Büros studiert. Die Sockelfassaden verfügen über den gleichen Aufbau wie die Turmfassaden, sind jedoch mit 10 cm starken hellen Natursteinplatten ohne Abschrägung verkleidet. Deren warmer und freundlicher Farbton steht mit der Gestaltung der Freiflächen in Einklang und besitzt neben dem natürlichen, repräsentativen Charakter auch haptische Qualitäten.

Marc Hensel, Projektleitung bei Kleihues + Kleihues Architekten.

http://www.kleihues.com